Die kleinen Tiere
Meerschweinchen
Das Hausmeerschweinchen (Cavia porcellus) ist die Haustierform eines Säugetiers der Familie der Meerschweinchen (Caviidae) und vermutlich eng mit dem Tschudi-Meerschweinchen (Cavia tschudii) verwandt. In Europa und Amerika werden Meerschweinchen oft als Heimtiere gehalten. Meerschweinchen wurden um 5000 bis 2000 v. Chr. in Südamerika domestiziert.
Im 16. Jahrhundert wurden Hausmeerschweinchen nach Europa und Nordamerika exportiert. Von diesen stammen somit alle dortigen Meerschweinchen ab. Jedoch existieren weiterhin unabhängige, ältere Linien in Südamerika. Die Größe der dortigen Meerschweinchen unterscheidet sich von der in Europa und Nordamerika gehaltener Tiere. In Südamerika werden sie zu Speisezwecken und rituellen Zwecken gehalten. In Europa wurden Meerschweinchen bis ins 20. Jahrhundert auch zu Speisezwecken gehalten. Als Labortier wurden sie im 18. Jahrhundert eingesetzt. In neuerer Zeit wurden in Südamerika aus besonders großen Meerschweinchen so genannte Riesenmeerschweinchen gezüchtet, die dort in Intensivmast zur Fleischproduktion gehalten werden. In Deutschland sind diese Tiere als Cuys bekannt.
Afrikanische Igel
Afrikanische Igel bewohnen eine Reihe von Habitaten wie Buschland, Steppen und Savannen, manchmal auch Gärten in den Städten der Menschen. Sie meiden allerdings die Wüste und zu dichte Waldgebiete. Es sind nachtaktive Tiere, die den Tag verborgen in Blätterhaufen, Felsspalten oder kleinen Höhlen verbringen. In der Nacht gehen sie auf Nahrungssuche, wobei sie sich weniger auf den schlecht entwickelten Gesichtssinn als auf die ausgezeichneten Geruchs- und Gehörsinne verlassen. In kälteren Gebieten (beispielsweise Südafrika) halten sie während des Winters Winterschlaf, allerdings kürzer als der heimische Igel. Außer während des Winterschlafs oder der Aufzucht der Jungen wechseln sie täglich ihre Ruhestätte. Diese Tiere sind Einzelgänger, sie haben zwar keine festen Reviere, meiden aber dennoch den Kontakt untereinander weitgehend.
Wie der Europäische Igel können sie sich im Bedrohungsfall zu einer Kugel einrollen, die mit aufgerichteten Stacheln die Fressfeinde abzuwehren versuchen.
Kaninchen
Die Namensherkunft für das Kaninchen ist umstritten, es wird aber allgemein angenommen, dass er von cuniculus abstammt – dem lateinischen Wort für Tunnel. Abgeleitet wird er aus der Eigenschaft der Tiere, Gänge im Erdreich zu graben und unterirdische Baue anzulegen. Polybios bezeichnet das Kaninchen in der Mitte des zweiten Jahrhundert v. Chr. griechisch als kuniklos.[1] Später wird im Lateinischen der Name Cuniculus benutzt.[2] Das lateinische cuniculus gilt als so genanntes kulturelles Wanderwort, das von Völkern, die das Kaninchen kannten, übernommen und weiter verbreitet wurde.[12] Bezeugt ist das deutsche Wort Kaninchen seit dem 16. Jahrhundert aus dem Mittelniederdeutschen von kanin mit dem hochdeutschen Suffix -chen. In der Bibelübersetzung von 1534 bezeichnet Luther die Caninichen als unreine Tiere, da sie wiederkäuen, aber die Klauen nicht spalten.[13]
Kanin geht auf das altfranzösische conin zurück, das sich wiederum aus dem lateinischen cuniculus herleiten lässt. Zum lateinischen cuniculus gehören auch künglein und die süddeutschen Bezeichnungen kün(i)g (schwäbisch), chüngel (schweiz.) und chinigl (südbair.). Diese auf König bezogenen Bezeichnungen wurden z. B. in das polnische kròlik lehnübersetzt.[12] Im Mittel- und Norddeutschen wurde aus cuniculus das Kanickel und mit dem eingeschobenen r einer überkorrekten Aussprache Karnickel.[12]